Mitarbeiterbindung – wenn Menschlichkeit vergessen wird

Mitarbeiterbindung ist das A und O in einem gut laufenden Unternehmen. Als Coach für Marketingoptimierung bin ich in einigen Unternehmen unterwegs. Was in manchen Unternehmen gut läuft, ist in anderen Firmen eine wahre Katastrophe. Angefangen bei der Missachtung der Arbeitnehmerleistung, geht es über Gängeleien bis hin zum völligen Verlust des Respekts und der Menschlichkeit. Die Auswirkungen sind verheerend. Gelbe Scheine, Demotivation und schlechte Mundpropaganda können solche Unternehmen nachhaltig schädigen. Das muss nicht sein.

Totalverlust Menschlichkeit

Ein gutes Beispiel lieferte mir ein niederbayerisches Fensterbau-Unternehmen aus Neukirchen vorm Wald. Vor eine paar Jahren von einer Investmentbanking-Gesellschaft aufgekauft, wird das Unternehmen nun „tot“-entwickelt. Andere würden es ausbluten nennen. Diese Vorgehensweise wirkt sich katastrophal auf den Umgang mit den Mitarbeitern aus. Dementsprechend hoch ist die Personalfluktuation. 

Trotz Betriebsrat und Gewerkschaftsanschluss sind die Mitarbeiter dort keine Teams, sondern Leidensgemeinschaften (Zitat der Mitarbeiter). Neulich fiel der Server im Unternehmen aus und die Geschäftsführung schickte alle Arbeitnehmer nach Hause. Eine Stunde später wurden ebenjene Angestellten zurück beordert. Die Ausfallzeit blieb unbezahlt – mit der Argumentation, die Arbeitnehmer hätten ja genauso gut diese Zeit für ihre Mittagspause daheim nutzen können (Anmerkung: Viele der Angestellten wohnen 30 km und mehr vom Arbeitsort entfernt. Eine Heimreise ist dann wohl mehr als unwahrscheinlich.). 

Das ist nur ein Fall, bei dem über die Bedürfnisse der Angestellten bewusst hinweggegangen wurde. Die Zahl der Fälle, in denen die Arbeitnehmer des Unternehmens unter der Geschäftsführung zu leiden haben, ist wesentlich höher.

Respekt und Toleranz im Unternehmen – es geht auch anders

Dass es auch anders geht, zeigt ein anderes niederbayerisches Unternehmen. Stellenausschreibungen sind hier selten. Die Angestellten arbeiten zum größten Teil schon mehrere Jahre in dem Unternehmen und wirken nach wie vor zufrieden und motiviert. Das Geheimnis: Respekt, Transparenz und Wertschätzung. Die Unternehmenskultur wird ganz groß geschrieben. Dazu gehören nicht nur die regelmäßige Information über Veränderungen im Unternehmen, sondern auch Lob bei guter Arbeit, Förderung der Work-Life-Balance und regelmäßige Weiterbildungen. 

Fazit: Respekt und Wertschätzung fördern die Motivation und Leistungsfähigkeit. Vorgesetzte, die immer nur strafen, missachten und fordern, ohne zu geben, fördern den Leistungsabfall ihres Unternehmenskapitals: die Arbeitnehmer.